Dass selbstverständlich auch Kinder mit Tod und Sterben konfrontiert werden, ist eine Binsenweisheit. Doch wenn die Großeltern tatsächlich ernsthaft erkranken oder verschwinden, schlimmer noch: die Eltern, oder gar Geschwister, dann steht den zurückbleibenden Erwachsenen oft eine doppelte Trauerbewältigung ins Haus. Denn sie müssen nun in der Regel nicht nur mit ihren eigenen Gefühlen fertig werden, sondern sich auch noch um die ganz besonderen Bedürfnisse der Kleinsten kümmern. Wie führt man diese jungen Menschen behutsam an Trauer und Tod heran? Den sachlichen Ansatz von Pernilla Stalfelt und ihr Buch “Und was kommt dann?” hat ThanatoBlog bereits beleuchtet. Mit Ulf Nilsson und seinen Kinderbüchern “Adieu, Herr Muffin” und “Die besten Beerdigungen der Welt” wird nun der Weg über Erzählungen vorgestellt.
Ulf Nilsson: Kinderbücher zu Tod und Sterben
13. Mai 2013Andrzej Stasiuk “Kurzes Buch über das Sterben”
30. April 2013In einem blassem, reinem Weiß und einem handlichen, kleinen Format kommt sie daher, die schmale Geschichtensammlung des polnischen Autors Andrzej Stasiuk (*1960), und weckt mit ihrem bescheidenen Umfang mehr die Erwartung an einen typischen Gedichtband, als an eine Zusammenstellung von Prosa-Texten. Vier kurze Erzählungen hat Stasiuk in “Grochów”, so der polnische Originaltitel, vereint. Neben der eponymen Novelle findet der Leser hier auch die deutlichen kürzeren Stücke “Großmutter und die Geister”, “Augustyn” und “Die Hündin” vor, von denen die letzten beiden ursprünglich jeweils 2012 in der Süddeutschen Zeitung erschienen sind. Der Suhrkamp-Verlag hat diese thematische Anthologie Stasiuks nun unter dem Titel “Kurzes Buch über das Sterben” herausgebracht. Selten hat eine Bezeichnung so gepasst.
Alessandro de Michel “Mythos Tod”
4. April 2013Im Rahmen der Recherchen zum jüngsten Artikel Camus und der Tod lag es natürlich nahe, sich auch nach thematischer Sekundärliteratur umzusehen. Leider gibt es zu den Themen Tod und Sterben bei Albert Camus jedoch kaum solche. Ein teurer, aber leicht zu erstehender Print-on-Demand-Aufsatz von Alessandro de Michel war die einzige greifbare Abhandlung, die sich – vom Titel ausgehend – konkret mit “Camus’ Stellung zum Todesphänomen” beschäftigt. Allerdings haben sich die zugegeben sehr hohen Erwartungen, durch diesen Essay neue oder evtl. übersehende Aspekte zu entdecken, alternative Perspektiven zu erfahren und einen frischen Wind durch die bekannte Camus-Interpretation wehen zu lassen, leider nicht erfüllt.