Jae Rhim Lee „Decompiculture“

Umweltschutz ist spätestens seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ein allgemein anerkanntes Thema der nationalen und internationalen Politik. Doch die beinahe täglich neuen Meldungen in den Massenmedien zu Themen wie Luft- oder Wasserverschmutzung, globalen Klimaeffekten von Treibhausemissionen, dem Erhalten bzw. Wiederherstellen von natürlichen Lebensräumen und biologischer Artenvielfalt sowie zu Ideen nachhaltigen Wirtschaftens beschäftigen sich in der Regel mit der Frage, wie wir während unserer Lebenszeit mit unserem Planeten Erde umgehen. Die koreanische Künstlerin Jae Rhim Lee denkt hingegen über das Leben hinaus und beleuchtet in ihrem nur gut sieben Minuten langen, pointierten TEDtalk, gehalten auf der diesjährigen TEDGlobal Konferenz, die Umweltverschmutzung durch die gängigen Bestattungspraktiken. Allerdings belässt sie es nicht nur bei einer klaren Kritik am Bestehenden: Mit ihrem „Infinity Burial“-Projekt stellt sie eine alternative Idee vor, auch noch im Tode zu einer nachhaltigeren Entwicklung beizutragen. Hierzu sei allerdings ein weitreichendes Umdenken in unserer Gesellschaft erforderlich, denn für Jae Rhim Lee gibt es einen Zusammenhang zwischen den umweltschädlichen Bestattungsmethoden und der Grundeinstellung der westlichen Welt zum Tod, wie sich z.B. aus folgendem Statement herauslesen lässt: „The Decompiculture Society shares a vision of a cultural shift, from our current culture of death denial and body preservation to one of decompiculture, a radical acceptance of death and decomposition.“ Eine Idee, über die sich wahrlich nachzudenken lohnt.

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