Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

phil.COLOGNE

Heute beginnt es, das erste „internationale Festival der Philosophie“. An diversen Plätzen in Köln treffen noch bis Sonntag Philosophen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit zusammen, um gemeinsam über Probleme der Gegenwart nachzudenken und zu diskutieren. Die Themen sind vielfältig, rund vierzig Veranstaltungen listet das offizielle Programm. Leider findet sich darunter aber nur eine einzige, die sich explizit mit Fragen des Todes und des Sterbens auseinandersetzt: Am morgigen Donnerstag treffen im Kölner Stadtgarten ab 18 Uhr Johann Friedrich Spittler und Petra Gehring aufeinander und antworten auf die Frage „Gibt es ein Recht zu sterben?“

Leider gibt es keine genaueren Angaben zur Dauer bzw. zur Form des Aufeinandertreffens. Schade, denn man muss immerhin zwischen EUR 14,50 (ermäßigt) und EUR 20 (Abendkasse) für eine Eintrittskarte zahlen und würde eigtl. gern vorher wissen, was einen da nun genau erwartet. Ein omninöser Hinweis auf einen lesenden Schauspieler und den Moderator Jürgen Wiebicke reicht da einfach nicht. Ob mir diese Debatte (wenn es denn eine wird), den Eintritt wert ist, oder ob ich doch lieber noch einmal zu den Leseempfehlungen zur Veranstaltung greife, wird wohl erst spontan entschieden werden.

ARD-Themenwoche „Leben und Tod“

Vom 17. bis zum 23. November diesen Jahres widmet sich die ARD in einer Themenwoche thanatologischen Fragestellungen. Unter dem Titel „Leben und Tod“ werden die Schwerpunkte „Wie wir umgehen mit dem Tod“, „Wie wir sterben wollen“ und „Was am Ende bleibt“ in aller Öffentlichkeit diskutiert – und das sogar über Mediengrenzen hinweg. Die Themenwoche findet sowohl im Fernsehen, als auch im Radio und in den Internetauftritten der ARD ihren Platz. Inhaltlich verantwortlich für dieses Sonderprogramm ist der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) in Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Die Schirmherrschaft über die Themenwoche teilen sich Margot Käßmann, Dieter Nuhr und Reinhold Beckmann.

Besonders bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die „Aktion Schulstunde“ zur Themenwoche, im Rahmen derer auf den Seiten des rbb Unterrichtsmaterial sowie Begleitinformationen für Lehrer und Eltern angeboten werden. Damit kann eine Beschäftigung mit „Tod und Sterben“ auch im Unterricht stattfinden. Ein Beitrag dazu „die Sprachlosigkeit zu überwinden“, wie es auf der Internet-Seite zur Aktion treffend heißt. Es bleibt zu hoffen, dass die Themenwoche nicht nur auf versteckten Nischenplätzen stattfinden wird. Dann würde der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit diesem Sonderprogramm endlich mal wieder seinem Bildungsauftrag nachkommen.

Raumtheater „Im Reich der Schatten“

Wer in nächster Zeit in Rheinland-Pfalz unterwegs ist, oder wer direkt die Stadt Trier besucht und dabei mindestens drei Stunden für einen Besuch im Rheinischen Landesmuseum übrig hat, dem sei neben der Erkundung der Daueraustellung zur Geschichte der Stadt und ihres Umlandes, vor allem die innovative Raumtheater-Inszenierung „Im Reich der Schatten“ dringend empfohlen. Im vollständig verdunkelten Römerflügel des Museums kann man dann direkt zwischen Original-Grabsteinen Zeuge eines mir bislang so noch nicht untergekommenen Lichtspiels werden, das den aufgeschlossenen Besucher mittels vieler großflächiger Projektionen, atmosphärischer, gewaltiger Musik und geistreichen Dialogen in eine andere Welt entführt.

Weiterlesen

Héctor Wittwer „Zu Ende denken“

Eher selten findet man Ankündigungen für interessante Vorträge zu thanatologischen Themen, die sich nicht ausschließlich an ein hochspezialisiertes Fachpublikum, sondern auch an eine breitere Öffentlichkeit richten, die dabei aber nicht – wie leider so häufig – platt populärwissenschaftlich werden, sondern eine klare, seriöse, fachwissenschaftliche Linie beibehalten. Im Rahmen der in diesem Sommer erstmalig stattfindenden Vortrags-Reihe „Weltwissen“ an der Universität zu Köln gab es nun aber eine solche Ankündigung – und tatsächlich hielt das Referat auch, was die Einladung versprochen hatte.

Am gestrigen Abend sprach Dr. Héctor Wittwer in der Aula 1 der Kölner Hochschule über den „Tod als Thema der Philosophie“. Unter dem Titel „Zu Ende denken“ gelang dem Philosophen, der sich bereits in seiner Promotionsschrift mit der „Selbsttötung als philosophisches Problem“  (Humboldt Universität Berlin, 2001) beschäftigt hatte, eine didaktisch sehr gut strukturierte Einführung in ein Forschungsfeld, das oft einen unüberschaubaren Eindruck macht. Nach einer sehr behutsamen Heranführung an die Fragen, die die thanatologische Philosophie an Tod und Sterben stellt und einem knappen Versuch einer diesbezüglichen Strukturierung, verdeutlichte Dr. Wittwer dann die philosophische Methode an zwei konkreten Beispielen, die das Publikum zum Nachdenken anregten. Weiterlesen

Vortragsreihe „Tod und Sterben“ (Uni Köln)

Kein Aprilscherz – vom 20.4. bis zum 20.07. dieses Sommers findet in der Aula 1 der Kölner Albertus-Magnus-Universität alle zwei Wochen jeweils dienstags eine Veranstaltung zum Themengebiet „Tod und Sterben“ statt. Die Reihe „Weltwissen“ des Rektorats, die u.a. mit dieser Vortragsreihe ihren Einstand gibt, hat es sich zum Ziel gesetzt, aktuelle und zeitlose Themen zu beleuchten. Dass die interdisziplinäre Thanatologie hierzu zu zählen ist, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Eingeladen wurden teils namhafte Autoren und Forscher, so z.B. Héctor Wittwer, der erst kürzlich bei Reclam eine Einführung in die „Philosophie des Todes“ veröffentlicht hat, sowie auch Norbert Fischer, dessen kulturwissenschaftlicher Überblick über die „Geschichte des Todes in der Neuzeit“ leider schon seit geraumer Zeit vergriffen ist. Laut Programm stehen die Veranstaltungen allen Interessierten kostenlos offen. Am Ende des jeweiligen Vortrages soll es noch Gelegenheit zu einer Diskussion mit den Rednern geben.

Die einzelnen Themen und Termine lassen sich dem aktuellen Zeitplan entnehmen.

Ich werde mich um eine Aufarbeitung der Reihe an dieser Stelle oder auf Thanatologie.Net bemühen. Unterstützung, technischer wie organisatorischer Art, ist jederzeit willkommen.