Neues Layout

Von der ersten Stunde an, also seit April 2007, nutzte ThanatoBlog das damalige Standard-Design für die WordPress-Software: Kubrick. Knapp sechs Jahre lang hat es gute Dienste geleistet. Doch in Zeiten, in denen Mobilität zunehmend notwendig wird und Artikel auch abseits des heimischen PC entstehen bzw. gelesen werden, wurde leider (oder eher „zum Glück“?) zunehmend deutlich, dass ein Blocksatz immer nur auf dem Anzeigegerät gut aussieht, auf dem er entstanden ist. Die Rezension zu Tobias Quasts Buch „Der Tod steht uns gut“, als erster verfasst und gesetzt auf meinem Notebook, sieht auf meinem Desktop-Monitor eher bescheiden aus – andersherum gilt dies für alle früheren Texte, wenn man sie auf meinem mobilen Gerät oder auf den Bildschirmen von Freunden anschaut. Internet-Layouts sind eben eine sehr relative Angelegenheit, auch wenn dank vielfältiger Tricksereien zuweilen der Eindruck von absolut fixer Darstellung entstehen kann.

Aus diesem Grund ist ab heute auf diesem Blog Schluss mit Blocksatz – und in Folge dessen leider auch auch mit Kubrick. Zwar lassen sich Texte in diesem alten Thema durchaus linksbündig setzen, aber man merkt dem Design einfach an jeder Ecke an, dass es eigentlich auf den Blocksatz ausgelegt ist. Auch wenn die Spalte, in der die Artikel angezeigt werden, für moderne Verhältnisse (und generell für Blocksätze) doch arg schmal geraten ist und nicht zuletzt die Schriftgröße inzwischen – dank immer größerer Bildschirme – zu wünschen übrig lässt. Bei der Auswahl des neuen Layouts war dementsprechend wichtig, dass es in all diesen Bereichen zu einer Verbesserung kommt. Gleichzeitig sollte aber weiterhin die Klarheit, die Zweispaltigkeit und die Kompatibilität mit den bislang eingesetzten Widgets gewährleistet sein. Keine leichte Aufgabe, da das passende Layout zu finden – angesichts der schier überwältigenden Anzahl verfügbarer Optionen.

Schließlich habe ich mich für das 2012er Standard-Thema für WordPress entschieden, das zumindest im Flattersatz auch im Browser eine (brauchbare, aber nicht perfekte) automatische (!) Silbentrennung zu beherrschen scheint. (Die wenigen Fehler, die die Trennung macht, sollten im Laufe der Zeit durch Updates zu beheben sein.) Im Zuge der Umstellung habe ich dann auch die Informationsseite und die rechte Seitenleiste ein wenig überarbeitet sowie letztere mit dem Twitter-Widget in der Gegenwart ankommen lassen. Über Hinweise auf Anzeigefehler freue ich mich natürlich, soweit ich sie beheben kann.

„Be seeing you.“ (Death, Neil Gaiman)

P.S.: Beim Durchlauf durch alte Artikel ist mir zudem aufgefallen, dass die meisten eingebetteten Youtube-Videos leider nicht mehr funktionieren. Die heutige Rechtepolitik ist selbst bei kurzen Film-Schnipseln und öffentlich-rechtlichen Dokumentationen eben gnadenlos. Ich kann daher grundsätzlich nur empfehlen, sich verlinkte Videos möglichst bald nach Veröffentlichung anzusehen.

Tobias Quast „Der Tod steht uns gut“

Essays sind, ganz besonders in den Geisteswissenschaften, eine zur individuellen Meinungsäußerung wunderbar geeignete Textform. Ohne die meist lästigen, strengen formalen Zwänge einer „echten“ wissenschaftlichen Arbeit lesen sie sich leichter und angenehmer, sind damit oft ideales Mittel, um über einen kleinen Kreis von Fachleuten hinaus auch das breitere Publikum anzusprechen. Große Philosophen haben in Essay-Form veröffentlicht, speziell, wenn es ihnen um existentielle oder ethische Fragen ging, die von Interesse für jeden Einzelnen oder die Gesellschaft im Allgemeinen waren: Montaigne mit seinen Essais (1580-1588) muss als Vater dieser Textgattung sicher zuerst genannt werden; Jean-Paul Sartres Der Existentialismus ist ein Humanismus (1946) sowie Albert Camus‘ Der Mythos des Sisyphos (1942) wären weitere berühmte Beispiele. Auch Tobias Quast hat einen Essay geschrieben, nein, sogar mehrere. Denn eigentlich handelt es sich bei „Der Tod steht uns gut“ um eine schlichte Aneinanderreihung von mehreren eher lose nebeneinanderstehenden Einzeltexten, die nur selten aufeinander verweisen sondern vielmehr ein jeweils eigenes Thema haben – verbunden nur durch eine übergeordnete Agenda.

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phil.COLOGNE

Heute beginnt es, das erste „internationale Festival der Philosophie“. An diversen Plätzen in Köln treffen noch bis Sonntag Philosophen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit zusammen, um gemeinsam über Probleme der Gegenwart nachzudenken und zu diskutieren. Die Themen sind vielfältig, rund vierzig Veranstaltungen listet das offizielle Programm. Leider findet sich darunter aber nur eine einzige, die sich explizit mit Fragen des Todes und des Sterbens auseinandersetzt: Am morgigen Donnerstag treffen im Kölner Stadtgarten ab 18 Uhr Johann Friedrich Spittler und Petra Gehring aufeinander und antworten auf die Frage „Gibt es ein Recht zu sterben?“

Leider gibt es keine genaueren Angaben zur Dauer bzw. zur Form des Aufeinandertreffens. Schade, denn man muss immerhin zwischen EUR 14,50 (ermäßigt) und EUR 20 (Abendkasse) für eine Eintrittskarte zahlen und würde eigtl. gern vorher wissen, was einen da nun genau erwartet. Ein omninöser Hinweis auf einen lesenden Schauspieler und den Moderator Jürgen Wiebicke reicht da einfach nicht. Ob mir diese Debatte (wenn es denn eine wird), den Eintritt wert ist, oder ob ich doch lieber noch einmal zu den Leseempfehlungen zur Veranstaltung greife, wird wohl erst spontan entschieden werden.

Ulf Nilsson: Kinderbücher zu Tod und Sterben

Dass selbstverständlich auch Kinder mit Tod und Sterben konfrontiert werden, ist eine Binsenweisheit. Doch wenn die Großeltern tatsächlich ernsthaft erkranken oder verschwinden, schlimmer noch: die Eltern, oder gar Geschwister, dann steht den zurückbleibenden Erwachsenen oft eine doppelte Trauerbewältigung ins Haus. Denn sie müssen nun in der Regel nicht nur mit ihren eigenen Gefühlen fertig werden, sondern sich auch noch um die ganz besonderen Bedürfnisse der Kleinsten kümmern. Wie führt man diese jungen Menschen behutsam an Trauer und Tod heran? Den sachlichen Ansatz von Pernilla Stalfelt und ihr Buch „Und was kommt dann?“ hat ThanatoBlog bereits beleuchtet. Mit Ulf Nilsson und seinen Kinderbüchern „Adieu, Herr Muffin“ und „Die besten Beerdigungen der Welt“ wird nun der Weg über Erzählungen vorgestellt.

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Andrzej Stasiuk „Kurzes Buch über das Sterben“

In einem blassem, reinem Weiß und einem handlichen, kleinen Format kommt sie daher, die schmale Geschichtensammlung des polnischen Autors Andrzej Stasiuk (*1960), und weckt mit ihrem bescheidenen Umfang mehr die Erwartung an einen typischen Gedichtband, als an eine Zusammenstellung von Prosa-Texten. Vier kurze Erzählungen hat Stasiuk in „Grochów“, so der polnische Originaltitel, vereint. Neben der eponymen Novelle findet der Leser hier auch die deutlich kürzeren Stücke „Großmutter und die Geister“, „Augustyn“ und „Die Hündin“ vor, von denen die letzten beiden ursprünglich jeweils 2012 in der Süddeutschen Zeitung erschienen sind. Der Suhrkamp-Verlag hat diese thematische Anthologie Stasiuks nun unter dem Titel „Kurzes Buch über das Sterben“ herausgebracht. Selten hat eine Bezeichnung so gepasst.

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Alessandro de Michel „Mythos Tod“

Im Rahmen der Recherchen zum jüngsten Artikel Camus und der Tod lag es natürlich nahe, sich auch nach thematischer Sekundärliteratur umzusehen. Leider gibt es zu den Themen Tod und Sterben bei Albert Camus jedoch kaum solche. Ein teurer, aber leicht zu erstehender Print-on-Demand-Aufsatz von Alessandro de Michel war die einzige greifbare Abhandlung, die sich – vom Titel ausgehend – konkret mit „Camus‘ Stellung zum Todesphänomen“ beschäftigt. Allerdings haben sich die zugegeben sehr hohen Erwartungen, durch diesen Essay neue oder evtl. übersehende Aspekte zu entdecken, alternative Perspektiven zu erfahren und einen frischen Wind durch die bekannte Camus-Interpretation wehen zu lassen, leider nicht erfüllt.

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Camus und der Tod

Am 07. November 2013 würde Albert Camus, sofern er noch lebte, seinen 100. Geburtstag feiern können. Dieses Jubiläum ist ein guter Anlass, um sich (wieder) einmal mit den Gedanken auseinander zu setzen, die der leider viel zu früh verstorbene französische Literat und Philosoph über den Tod und das Sterben geäußert hat. Von einem weltzugewandten, fragenden Menschen wie Camus, für den „Angst, Tod, Todesangst […] Konstanten in der Kindheit [waren]“ (Sändig 2012, 25), der seine berühmte absurde Betrachtung Der Mythos des Sisyphos (1942) mit den programmatischen Worten beginnt „Es gibt nur ein wirklich ernstes Problem: den Selbstmord“ und der einen sehr ausführlichen, kritischen Essay über die Todesstrafe geschrieben hat (Die Guillotine, 1957), darf man zu diesen Themen doch wohl einiges erwarten – und man kann einiges lernen, wenn man sich etwas Zeit nimmt. ThanatoBlog führt im vorliegenden Artikel, nachdem bereits 2009 sein Roman „Der glückliche Tod“ beleuchtet wurde, kurz und bündig in die allgemeineren Grundzüge der Thanatologie Camus‘ ein.

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